Internet Not-Aus-Schalter für's Kliemannsland



Ein Not-Aus-Schalter als letzte Maßnahme, für Dinge die niemals in's Internet gelangen, oder aus'm Netz gezogen, werden sollen. Die Idee für diesen Schalter hatte ich schon vor gut 1-2 Jahren, aber ehrlich gesagt, habe ich dafür nie einen großen Verwendungszweck gefunden. Also schrieb ich die Idee auf meine "Irgendwann kannste das ja mal bauen"-Liste und vergaß sie wieder. Aber nun kam das Kliemannsland: Die großartige Idee eines Ortes für Kreative, mitten auf dem Land, in Form eines alten Bauernhofs. Gar nicht so weit von Hamburg entfernt.

Die Jungs dort sind hart damit beschäftigt, den Hof so umzubauen, dass er als "Space" für alle Menschen nutzbar ist, die Dinge bauen, filmen, machen usw. wollen. Bisher ist es halt "nur" ein großer Hof mit beinahe unendlich viel Platz. Nachdem wir uns ein paar Mails gegenseitig an die Köpfe geklatscht hatten, machten wir einen Termin aus und ich fuhr endlich mal hin. Was soll ich sagen? Ich hab selten einen cooleren Haufen Menschen getroffen, die so viel Bock, Elan und Herzblut an den Tag legen, um ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen.
Sofort stand fest: Ich will da helfen und mitmachen!
Zusammen mit Hauke saß ich also im provisorisch eingerichteten Konferenzzimmer und wir überlegten, ob, wie und was ich helfen bzw. bauen könnte. Da kam eine ganze Menge geiler Sachen zusammen. Zum Schluss des Gesprächs gingen wir noch kurz meine "Quatsch"-Liste durch. Als ich den Not-Aus-Schalter erwähnte, schaute mich Hauke mit großen Augen an und meinte: "Brauchen wir!"
Da ich sowieso gerade Resturlaub verblasen musste, passte das ganz gut und ich verbrachte die nächsten Tage direkt dort und half mit drei anderen, ebenfalls coolen Jungs die erste Version eines Netzwerks zu bauen. Einen so großen Hof mit WLan zu versorgen ist gar nicht so einfach und auch lange noch nicht abgeschlossen. Dazu gibt es aber irgendwann mal einen eigenen Blogeintrag zu. Versprochen...

Der Schalter ist eigentlich für große Maschinen gedacht und nicht für ein bisschen Netzwerk, aber kann man ja umbauen. Dazu braucht man folgende Dinge:

Die obigen Buchsen haben den riesen Vorteil, dass sie bereits verkabelt sind und man sich nicht den riesen Aufwand antun muss, sie irgendwie auf Lochraster zu popeln. Für den Preis tut man sich den Wickel bestimmt nicht freiwillig an.


Den Schalter schraubt man nun auseinander und schneidet ein ausreichend großes Rechteck heraus, sodass die Buchsen dort reingesteckt werden können. Wenn man nicht so ein Depp ist, wie ich einer bin, dann könnte man das eventuell sogar genau so schneiden, dass die Buchsen direkt durch das Gehäuse des Schalters gehalten werden; Bin ich aber zu dumm für und musste deswegen eine Blende konstruieren und drucken, die ich nachher anklebte:


Die Blende sieht nicht nur "gut" aus, sondern hält auch die Buchsen an Ort und Stelle.
Die Dateien zum Nachdrucken gibt's auf Thingiverse.com
Die Leitungen der Buchsen werden, bis auf die Orangene, gekürzt, verlötet und mit Schrumpfschlauch überzogen. Die orangene Leitung habe ich verlängert, sodass ich diese durch den Schalter legen kann:

Falls dir Orange nicht gefallen sollte, kannst du auch Grün nehmen. Beide Farben sind laut Spezifikation für den Datenaustausch zuständing. Genau das nutzt man hier aus:



Haut man auf den Schalter, wird die Leitung zum Senden unterbrochen.


Der Schalter hat vier Eingänge. 1 und 2 sind genau die Richtigen dafür: Ist der Schalter nicht gedrückt, sind diese geschlossen. Sobald der Schalter gedrückt ist, sind'se offen.
Also: Leitungen anschrauben, die Blende verkleben und das Schaltergehäuse wieder zusammenfriemeln:



Eigentlich dachte ich, dass ich das mal eben zusammengebaut kriege, aber Pustekuchen. Das Video ist trotzdem über 7 Minuten lang:

9 Kommentare

MaX schrieb am 10.10.2016 12:01:
Für zuhause ist der echt unnützt, aber ist ne nette Idee.
Hätte auch nicht gedacht dass es so einfach ist.
dh schrieb am 11.10.2016 18:36:
Hey,
habe gerade durch Zufall deinen Youtube-Kanal entdeckt, und fande die Themen ziemlich interessant.
Dabei kamen mir 2 Fragen auf:
Die erste Frage die sich mir gestellt hat war, welchen 3D Drucker du verwendest und danach habe ich mich gefragt welche Software du für das erstellen der Formen für den 3D Drucker verwendest? Die Bedienung der Software sieht tatsächlich sehr einfach aus, und ein schönes Ergebnis kommt dabei auch noch raus!
flazer schrieb am 11.10.2016 21:03:
Der Drucker ist ein selbstgebauter Prusa I2. Die "Software" ist Tinkercad.com, also CAD direkt im Browser. Das ist ziemlich simpel gehalten und vermutlich der Grund, warum ich damit klar komme. ;)
mojan schrieb am 31.10.2016 19:51:
wo hat du den not aus knopf bestellt und ist die qualität gut

?
flazer schrieb am 01.11.2016 10:10:
Moin Mojan.
Den Schalter habe ich oben bereits verlinkt. Qualitätsmäßig tut er genau das, was er soll: Er hält auch härteren Schlägen Stand: http://www.ebay.de/itm/271772152265
ROUGH schrieb am 26.11.2016 22:08:
Ich finde ziemlich cool, was du machst.
Dein Neusts Projekt werde ich mit einem Ras PI als Pc/cuntroler und nicht als kontrollserver nachbauen. Hast du tipps für die Programeirung oder einen guten Link auf lager?
Danke schon mal im vorraus
Karmuffel schrieb am 27.12.2016 00:19:
Hi Chris,

Bin gerade dabei einen 3D-Drucker zum Laufen zu bringen.
Was du machst ist echt sehr unterhaltsam und eine große Inspiration!

Hau rein und weiter so :D
Nick schrieb am 18.03.2017 15:02:
Hey :)
Wie heißt das Werkzeug bei 1:23? :D
Besten Dank.
flazer schrieb am 19.03.2017 14:27:
Hey Nick.
Das ist'n Dremel.
Grüße.
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